Großer Jornalismus

Montag, 12. November 2007

Ein fiktiver Blick in die Zukunft von Max Mustermann

Jeder Deutsche hat diesen Namen bestimmt schon einmal gehört: Max Mustermann. Ihn findet man auf jeglichen Vordrucken, Werbungen oder Bewerbungen. Doch wer bisher dachte, dass es sich dabei um einen Phantasienamen handelt, liegt seit vier Jahren falsch. Denn es gibt einen Max Mustermann in Deutschland.

In Quakenbrück, in der Nähe von Osnabrück, meinten es zwei Eltern „gut“ mit ihrem Sprössling und gaben ihm den wohl bekanntesten Namen Deutschlands. Für den Vierjährigen ist das jetzt noch witzig, denn er kann in Läden schon mit seiner eigenen Kreditkarten bezahlen, die unaufgefordert im Briefkasten landen. Und das, obwohl er weder in Musterhausen noch in der Musterstraße wohnt. Doch wie wird das in einigen Jahren aussehen.

Wenn der frech dreinblickende Max Mustermann zum Beispiel sein Interesse für Mädchen entdeckt. Bei seinem ersten Blind-Date wird er dann gefragt, wie er eigentlich wirklich heißt und bekommt ein Glas Rotwein (oder Cola, je nachdem wie alt er dann ist) auf sein Hemd geschüttet, weil sich das grazile Gegenüber von ihm verschaukelt fühlt und aus dem Restaurant flüchtet. Leider konnte er sich nicht ausweisen. Chance vertan.

Oder wenn der kleine Max auf der Suche nach einem Job Bewerbungen schreibt. Wie viele Personalchefs werden lächelnd die Bewerbungsmappe in den Mülleimer werfen, in dem Glaube, der Jobsuchende kann nicht einmal den Platzhalter Max Mustermann auswechseln? Oder Max muss sich in seinem Anschreiben mit folgendem Satz weiterhelfen: „Sehr geehrter Herr Personalchef, ich heiße Max Mustermann, klingt komisch, ist aber so.“ Doch was damals bei Peter Lustig Erfolg versprach, muss nicht unbedingt bei Max klappen.

Aber von diesen und anderen Problemen bleibt der kleine Max erst einmal verschont. Denn Mädchen interessieren ihn wohl noch nicht und das mit dem Job hat auch noch ein paar Jahre Zeit.

Von Christian

Sonntag, 2. September 2007

Ab nach Thurk-Menistan

Hype, Hype, Hype – was auf den ersten Blick aussieht wie ein neues Lied der Techno-Band Scooter, ist ein beliebtes Vorgehen in der Medienwelt. So werden im Sommerloch Themen größer geschrieben als sie eigentlich sind. Außerdem wird auch die eine oder andere Nachricht vorzeitig herausgehauen, die noch nicht zu 100 Prozent offiziell bestätigt ist. So geschehen in dieser Woche im Fall Michael Thurk (Fußballer bei Eintracht Frankfurt):

Am Mittwoch kam mein Chef auf mich zu und erzählte mir, dass Michael Thurk Eintracht Frankfurt verlässt. Darüber dürfte aber am Mittwoch noch nicht berichtet werden. Es wurde also die absolute Nachrichtensperre verhängt. Warum weiß ich, darf ich aber nicht sagen. Ober er jetzt in die Turkei oder nach Turkmenistan gehen wollte, darüber wird bis heute Stillschweigen bewahrt.

Der Bericht erschien am nächsten Tag im Print, die Nachrichtensperre galt nur für Mittwoch. Gespannt erwarten Deutschlands Top-Sportjournalisten von RTL, HR 3 und DPA auf die Pressekonferenz am Donnerstag. Darunter auch ein „kleines Licht“ von der FNP-Onlineredaktion: Ich.

Ausgestattet mit Aufnahmegerät und einigen knallharten Fragen begab ich mich auf die Pressekonferenz, in deren Vorfeld die Kollegen der Leitmedien sich die wildesten Theorien zusammenphantasierten. Mal ganz im Ernst, die fünf Minuten hättet ihr doch warten können, bis der Bruchhagen sagt, was abgeht.

Denn Bruchi wohnte der Pressekonferenz bei, was deren Wichtigkeit zum Ausdruck brachte. Flott gekleidet in schwarzer Lederjacke, Anzughose, Hemd und Schlips sah er aus, als ob er gerade von seinem Motorrad gestiegen wäre oder frisch aus der Midlifecrisis kommt. Aber egal.

Jedenfalls verkündete er dann, dass der Wechsel von Michael Thurk geplatzt sei, weil sich der Spieler mit dem Verein nicht einigen konnte. Also hatten sämtliche Zeitungen im Lande an diesem Morgen Müll geschrieben.

Soviel zur journalistischen Sorgfalt, die eigentlich Faktentreue Berichterstattung garantieren soll und nicht irgendwelche Gerüchte, die als Tatsachen getarnt werden. Aber die Nachricht „Thurk denkt über Wechsel nach“ wäre noch lange nicht so interessant gewesen, wie „Thurk verlässt Eintracht“. Allerdings wäre sie war gewesen. Schließlich sind FAZ, FR und DPA nicht die Bildzeitung und das soll auch so bleiben. War aber mal interessant, so was am eigenen Leib mitzuerleben. Kommt in „unserem Geschäft“ leider öfters vor.

Von Christian

Donnerstag, 9. August 2007

Mein Date mit Friedhelm Funkel

Für jeden Fußball-Fan ist es wohl ein besonderes Ereignis, wenn er die Stars seines Vereins einmal hautnah erleben darf. Und so war es für mich eine Ehrensache, als ich in meinem Praktikum bei der FNP gefragt wurde, ob ich zur Pressekonferenz der Eintracht Frankfurt gehen möchte. Dass ich aber gleich auf Tuchfühlung mit dem Trainer der Hessen gehen würde, hätte ich nie gedacht:

Mit Vollgas fahre ich in die Einfahrt zur Commerzbank-Arena hinein, denn ich bin spät dran. Noch fünf Minuten bis zur Pressekonferenz und ich weiß nicht, wohin ich muss. Die Anspannung breitet sich in meinem Körper aus, schließlich fangen die auch ohne mich an.

Im Eiltempo verlasse ich mein Auto und finde mich schnell im Foyer wieder. Völlig planlos, bis Friedhelm Funkel auftaucht. Er sieht zwar eher aus, als ob er gerade im Urlaub sei, ich erkenne ihn aber auf den ersten Blick.

Ich hefte mich an seine Fersen und frage unterwegs noch einen Mann, ob das der Weg zur Pressekonferenz sei. Schließlich möchte ich Funkel nicht bis auf die Toilette verfolgen. Mit einem Achselzucken antwortet mir der Mann, doch der Eintracht-Coach hat meine Frage mitbekommen: „Sie wollen zur Pressekonferenz? Dann kommen sie mit!“

Zweimal lasse ich mich nicht bitten, denn wer wird schon eigens vom Chefcoach der Frankfurter zur Pressekonferenz geleitet? Funkel führt mich durch dunkle Gänge und verzwickte Abbiegungen. Schnell wird mir klar, dass ich ohne nie zur Pressekonferenz gekommen wäre: „Alleine hätte ich das nie gefunden.“

„Ja“, antwortet er gelassen. „Das ist nicht so einfach, wenn man sich nicht auskennt.“ Sicherlich hatte ich ein Interesse daran, dass Gespräch am Laufen zu halten, denn nur selten bekommt man einen Promi so hautnah zu sehen. „Ich bin ja auch gar kein Frankfurter.“ Funkel lacht. Es ist ein ausgelassenes Lachen und ich merke schnell, wie er diese Aussage aufgefasst hat: „Also schon Frankfurt-Fan, aber eben nicht aus Frankfurt.“

Funkel grinst nur und öffnet die Tür, ich im Schlepptau. Wir gehen die den speziellen VIP-Eingang, den normalerweise nur Funktionäre, Spieler und der Trainer selbst benutzten. Der Eintracht-Coach setzt sich auf seinen Platz in der Mitte des Redenerpultes. Ich blicke nur in die erstaunten Gesichter der anwesenden Presse, die mich auf den ersten Blick wohl für den hoffnungsvollen 21-jährigen Neuzugang aus Spanien gehalten haben. Enttäuscht waren einige, als ich nicht den Platz neben Funkel einnahm. Auch mein FNP-Kollege wusste meinen Auftritt zu würdigen: „Jetzt bist du das erste Mal hier, und wirst gleich von Funkel persönlich eskortiert.“

Von Christian

Donnerstag, 12. Juli 2007

Gefühlsmenschen, Berliner Urgesteine und Kopfkino par excellence

Puh, die Hälfte des Studiums ist geschafft. Und trotzdem kommt es mir so vor, also ob ich noch im ersten Semester wäre. Immer noch verlaufe ich mich gerne auf dem Campus. Zum Glück ist es nicht mehr so schlimm wie im ersten Semester und eher auf Kleinigkeiten beschränkt. Jedenfalls ist jetzt Halbzeit, ein Grund, um einen Rückblick zu wagen:

Wie gestern habe ich es noch in Erinnerung, als ich als frisch gebackener Fachhochschüler meinen ersten Tag an der Hochschule Darmstadt (damals noch Fachhochschule Darmstadt) hatte. Zu jener Zeit fuhren wir noch mit Jens’ altem Auto mit dem kaputten Auspuff ins Mc Donalds, obwohl eigentlich niemand Lust dazu hatte. Außerdem lernte ich die ungewöhnlichen Schlafgemächer der Berliner kennen, als Lars sich unserer Runde anschloss und sagte: „Habt ihr eigentlich ne Wohnung? Ick hab meine Sachen immer noch im Bahnhofsspinnt.“

Generell lernte ich sehr viele nette Leute kennen, von denen ich jetzt einige vorstellen möchte. Bitte sei mir keiner böse, wenn er nicht genannt wird, ich hab euch trotzdem gerne. Da wäre zum einen Björn „musikzumm“ Schneider, der eigentlich in den 80ern gefangen ist, sie aber nie miterlebt hat. Die Mete im Studiengang ist ein Gefühlsmensch und immer für einen Lacher gut. Dann ist da zum anderen unsere Ute, die Mutter Korsage ;-) im Studiengang, die ich am ersten Tag sogar noch gesiezt habe. Ich hatte eben Respekt. Denn es ist gut, „uns Ute“ zu haben! Dann natürlich noch Timmy, mein Outsiders-Kollege, Fahrgenosse und Freund. Mehr braucht man dazu nicht zu sagen.

Das erste Semester verstrich sehr rasch, war es doch eher als Eingewöhnung ans Studienleben gedacht. Wir nutzen die Zeit eher für Schabernack und machten Jenny zum Beispiel weiß, dass Tim sein „erstes Mal“ mit einer Katze hatte. Die Reaktion „WAAAAAAAAASSS?“ ließ nicht lange auf sich warten. Dann gab es natürlich noch das gute alte Medienrecht, bei dem die Durchfallquote (ein beliebtes Wortspiel im Semester) am höchsten ist.

So traten dann auch schon im zweiten Studienhalbjahr die mutigen an, es ein zweites Mal zu versuchen und kamen alle durch. Gerade in den ersten beiden Semestern verstanden wir uns alle sehr sehr gut. Jeder hatte den anderen lieb und es war schon so harmonisch, dass es beinahe nicht zum Aushalten war.

Besonders für die Dozenten, die in Folge der Missachtung des Schweigeschweins und des ständig hohen Lärmpegels eine Krisenkonferenz für das Lärm- und Schwätzsemester einberiefen. Wir gelobten Besserung und hielten uns bis heute daran.

Ein anderer Höhepunkt war die Vorbereitung auf die Hochschulweltmeisterschaft und die Zusammenarbeit mit Kultfigur Walter Schütz. Ihn konnten wir immer um Rat fragen, wenn wir uns über eine neue Sportart informieren wollten. Aber das ging leider nicht sehr oft, weil es sehr beschäftigt ist.

Das dritte Semester lag ganz im Zeichen den Politik und wurde vor allem von Peter Seeger getragen, der eine Allgemeinbildung hat, die ich mir auch gerne wünschen würde. Seine drei Kurse waren die Lehrreichsten in meiner Hochschulgeschichte. Unvergessen die Wortgefechte zwischen Kopfkissenkino Zeitlupenbär Bela B. und Herrn Seeger und die Kaffee und Keks-Aktion. Man haben wir gelacht.

Eine weitere Erkenntnis erreichte Tim und mich in der mündlichen Prüfung. Denn ein gewisser Mike Zahn, den wir eher vom flüchtigen sehen her kannten, redete über seine Vergangenheit als Vorsitzender des Betriebsrats. Ein lockerer Job, wie sich vermuten lässt, denn der Vorsitzende rief den Betriebsrat nur einmal im Quartal ein. Denn Rest der Zeit verbrachte er mit privaten „Dreharbeiten“.

In der Zwischenzeit hatten sich aber alle gar nicht mehr so gerne wie am Anfang und es bildeten sich so langsam Gruppen. Immer dieselben organisierten Feste, nahmen daran teil und engagierten sich innerhalb des Studienhalbjahres.

Zum Eklat dieses Konflikts kam es dann am Ende des vierten Semesters, beim Bergest. Darüber verliere ich hier aber kein Wort. Das vergangene Studienhalbjahr an sich lässt sich sehr schnell zusammenfassen und deshalb lassen wir das. Höhepunkte waren die Videojournalismusseminare und das Ende des Genesis-Booms. Wie in jedem Semester brauchte auch das Vierte seine Kultfigur, die wir in Heinz Diehl fanden, der uns richtig Spaß gemacht hat und den wir sehr schätzen (Und das ist nicht ironisch gemeint). Unvergessen die Geschichte, als ein Koffer aus der Hand eines Studenten fiel und dieser die wertvolle Tasche in letztem Augenblick auffing. Daraufhin dreht sich die herum: „Vorsicht, der Griff is kapudd.“

Viel hätte man noch schreiben könne, denn in der ganzen Zeit ist viel passiert und man hat sich auch menschlich weiter entwickelt. Leider ist dafür kein Platz. Erwähnenswert ist noch, dass der outsiders notiz-blog zum must read unter den Professoren wurde.

Zeit zumm Verschnaufen gibt es keine, denn schon in der nächsten Woche geht es für mich weiter ins BPS. Fünftes Semester ich komme.

Von Christian

Dienstag, 15. Mai 2007

Hoch hinaus

Der ganz große Sprung ist uns nicht gelungen, aber wenigstens wurde unser letztes Projekt für den „Alternativen Medienpreis“ nominiert. Gewonnen haben andere, aber ich bin verwundert, dass wir überhaupt dabei waren. Es war das mieseste Projekt überhaupt – habe ich wenigstens gedacht, bis Campusradio kam. Demnächst folgt auch eine Kritik über das diesjährige Semester. Dabei wird ganz schön ausgeteilt.

Von Christian

Mittwoch, 21. März 2007

Interview mit Dean Karr

Wer etwas für handfesten Hardrock übrig habt, hat gute Chancen schon einmal ein Musikvideo von Regisseur
Dean Karr auf MTV oder Viva gesehen zu haben. Über die vergangenen zehn Jahre hat Dean Karr Videoclips für eine Vielzahl bedeutender Bands
und Künstler gedreht. Karrs Arbeit reicht von den Deftones über Queens Of The Stone Age bis Marilyn Manson, Alter Bridge
und meine Lieblingsband DANZIG.

Kürzlich bekam ich die Möglichkeit, Dean ein paar Fragen zu stellen.


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Gerade habe ich mir noch einmal Dein "Sweet Dreams" Video für Marilyn Manson angesehen. Auf der einen Seite hat es sehr verstörend auf mich gewirkt, andererseits strahlte es eine gewisse Faszination aus. Wie sah Dein Konzept dafür aus und wie kommt man beispielsweise auf Dinge wie die Szene in der Manson auf dem Schwein reitet?

Dean Karr: "Sweet Dreams" war mein viertes oder fünftes Video. Vorher habe ich mit Sas Jordan, Corrosion of Conformity, Love and Rockets und
DANZIG gedreht. Das einzige Konzept, das ich bereits im Vorfeld fest ausgearbeitet hatte, war die Band-Performance in der ausgebrannten Kirche und Mansons "Medusa-Helm", den wir aus verschiedenen Uhr-Teilen zusammengebastelt haben. Alle anderen Elemente nahmen erst auf dem Set Form an. Als mir die Schweine-Ritt-Szene in den Kopf kam, habe ich ja nicht wissen können, dass das Vieh soo laut quieken würde. Wir mussten uns ständig die Ohren zuhalten. Die ganzen kleinen Foto-Animations-Szenen
passieren ziemlich spontan. Ich habe Anweisungen gegeben, wie sie mir gerade in den Kopf kamen: "OK Manson, nimm' den Schrumpfkopf da hinten und tu so, als ob du ihn essen würdest".

Wie kamst Du dazu, bei DANZIGs "I Don't Mind The Pain" Regie zu führen?

Dean Karr: Ich war mit den Video-Leuten bei DANZIG damaligem Label "American Records" befreundet und die dachten, wir würden gut zusammenpassen. Man empfahl mich bei Glenn. Die Zusammenarbeit klappte wirklich sagenhaft.

Wie war es so, mit Glenn zu arbeiten? Manche Leute bezeichnen ihn als schwierig. Beharrte er auf seine eigenen Ideen oder folgte er Deinen Anweisungen?

Dean Karr: Glenn und ich, wir mögen die selbe Art von Kunst und haben gleiche Interessen. Deswegen fiel uns die Zusammenarbeit einfach. Jetzt wo ich ihn besser kenne kann ich aber verstehen, dass jemand der nicht so viel mit ihm gemeinsam hat, seine Probleme bekommen könnte. Glenn lässt Dich nicht an sich ran, bis er vollständig bereit dazu ist.

Bitte erzähl' ein bisschen von Deinen Erfahrungen mit den anderen Bandmitgliedern.

Dean Karr: Ich war schon immer ein großer Fan von John und Eerie, aber die gesamte Band war einfach großartig. Joey war zu diesem Zeitpunkt gerade dazu gekommen, doch ich kannte ihn schon lange von unseren Trinkgelagen
in der "Three Of Clubs"-Bar in der Vine Street in Los Angeles.

Hast Du auch am DANZIG - "Cantspeak" Video mitgearbeitet?

Dean Karr: Ich war in der engeren Auswahl für diesen Clip, aber mein guter Freund und Schulkamerad Fred Stuhr hat die Zusage wegen seiner abgefahrenen Videos für Sepultura und Tool letztendlich bekommen. Leider ist er mittlerweile verstorben. Es macht mich sehr, sehr traurig. Ich habe immer mal in seinem Studio vorbeigeschaut und ihm beim Animieren seiner
Szenen über die Schulter geschaut. Fred war ein unglaublicher Künstler und Freund.

In jedem Deiner Videos habe ich bisher eine gewisse Ähnlichkeit zu Geistergeschichten oder Horror-Comics feststellen können. Ob das jetzt der wieder auferstandene Hirsch bei "No One Knows" von Queens Of The Stone Age oder die geisterhaften Schulmädchen bei DANZIG sind, immer gibt es mindestens eine düstere Idee in Deinen Werken. Brauchst Du generell viel Zeit, um Dir so etwas vorher einfallen zu lassen oder fällt es Dir eher leicht?

Dean Karr: Ich vermute, das liegt an zu vielen Jahre im katholischen Jungeninternat und den Schlägen, die ich dort bekommen habe. Diese Erfahrung verleitet mich dazu, der Kirche wo immer möglich ein paar Seitenhiebe zu verpassen. Außerdem habe ich für fünf oder sechs Sommer auf einem Friedhof in Seattle gearbietet. Das mag meiner Arbeit auch eine gewisse Mystik verleihen. Vielleicht habe ich auch einfach nur eine Schwäche für tote Dinge.

Wenn ich so über Dein beeindruckendes Portfolio schaue, finde ich viele Videos, die ich bereits früher sehr gerne gesehen habe. Hast Du selbst auch Deine persönlichen Favoriten?

Dean Karr: Als Heranwachsender liebte ich alles von Iron Maiden, Cheap Trick, Ted Nugent, Led Zeppelin, Judas Priest, Slayer und den frühen Scorpions. Ich bin ein totaler Metal-Freak. Auf meinem Nummernschild steht "METAL GD" für "Metal God". Mittlerweile kenne ich all diese Bands persönlich und habe mit einigen gearbeitet. Wer hätte das gedacht?

Auf welche zukünftigen Projekte freust Du dich besonders?

Dean Karr: Das Shooting für meinen Spielfilm "Condemned" beginnt diesen Sommer in Rumänien. Es ist eine abedrehte Story, die in einer utopischen Welt voll Krankheit, Täuschung und purem Überlebenskampf spielt. Ich kann nur sagen, dass es langsam Zeit dafür wurde. Ich bin froh, erst mal keine Musikvideos mehr zu drehen. Dieser Pause habe ich lange entgegen gesehnt.
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Ich möchte Dean noch einmal danken, dass er sich Zeit für mich genommen hat! Mehr über Dean Karr und seine Projekte gibt es auf seiner MySpace-Page www.myspace.com/deankarrdirector.

Von Tim

Donnerstag, 8. Februar 2007

500 Seiten Spannung ohne Atempause

Buchkritik: Matthew Reilly setzt mit „Operation Elite“ neue Maßstäbe

Die meisten Bücher benötigen etwa 100 Seiten, bis sie spannend werden. Anders sind da die Werke von Matthew Reilly, der mit seinem unverwechselbaren Stil den Leser von der ersten bis zur letzten Seite fesselt. Mit „Operation Elite“ setzt er neue Maßstäbe und gönnt einem nicht einmal beim Umblättern eine Verschnaufpause.

Es geht um Captain Shane Schofield, genannt „Scarecrow“. Auf den Elitekämpfer wird ein Kopfgeld ausgesetzt und eine Hetzjagd über den gesamten Kontinent beginnt. Dabei entkommt „Scarecrow“ mehr als nur einmal knapp dem Tod und muss sich und seine Mitstreiter aus gefährlichen Situationen befreien. Auf seiner Reise setzt sich Teil für Teil ein Puzzle zusammen: Die mächtigsten zwölf Männer des Planeten wollen die Weltordnung zerstören und Schofield ist der einzige, der sie am Ende davon abhalten kann.

„Operation Elite“ ist eine große Action-Szene, die zu keinem Zeitpunkt Langeweile aufkommen lässt. Dabei gibt es zahlreiche unerwartete Wendungen und dramatische Handlungen. Selbst das Ende des Buches ist bis zum vorletzten Kapitel nicht abzusehen.

Wer allerdings realistische Szenen erwartet, der wird enttäuscht sein. Doch diesen Anspruch erhebt Reilly gar nicht. Seine Thriller sind für die Literatur dasselbe, wie James Bond und Co. für den Film: Perfektes Entertainment. „Operation Elite“ ist ein Action-Blockbuster auf Papier.

Auch deshalb ist Hollywood an den Filmrechten von Reillys Büchern interessiert. Wegen seines temporeichen Stils ist er der neue König des Action-Thrillers. Er führt den Leser in einem unglaublichen Tempo durch das Buch, so dass man enttäuscht ist, wenn man nach zwei Tagen dieses großartige Werk wieder aus der Hand legen muss, weil man schon fertig ist.

Von Christian

Mittwoch, 24. Januar 2007

Projekt Gold 2007 in Gefahr?

„Projekt Gold 2007“, so steht es auf den Aufwärmshirts der deutschen Nationalmannschaft. Seit Freitag läuft die Handball WM im eigenen Land und schon scheint das Projekt Gold in Gefahr zu sein. Denn mit der Niederlage gegen eine starke Mittelklassemannschaft hat die Band-Sieben ihre Grenzen gezeigt bekommen. Die meisten Nationaltrainer haben Deutschland bereits abgeschrieben. „Isch kann net hinsehe, was dem Heiner sei Jungs mache“, fieberte die Mutter einer Kommilitonin vor dem Fernseher mit. So erging es wohl den meisten Zuschauern, die zwar eine kämpferisch starke Mannschaft sahen, die aber noch einige Defizite aufzuweisen hat.

Vor allem die Chancenauswertung lässt zu wünschen übrig. Gerade Harakiri-Schütze Christian Zeitz auf den halbrechten Rückraumposition kann enge Begegnungen mit Würfen in die oberen Ränge der Halle verlieren. In Topform gewinnt er aber auch solche Partien. Auch der sonst so sichere Florian Kehrmann, bester Rechtsaußen der Welt, ist seit seiner Handverletzung nicht mehr derselbe. Gegen Polen erlaubte sich die sonst so sichere Tormaschine gleich fünf Fehlwürde. Ungewöhnlich für einen, der in Normalform auch schon einmal 100 Prozent schießt. Allerdings kann man es ihm verzeihen, denn die gebrochene Mittelhand heilte gerade rechtzeitig zur WM.

Selbst über die Torwartfrage kann viel diskutiert werden. Der in Kiel zur Nummer drei degradierte Henning Fritz hat seine Normalform noch nicht erreicht. Aber selbst in seiner jetzigen Verfassung ist er besser als die meisten anderen Keeper. Und jeder Leihe, der meint, dass Fritze zu klein fürs Tor sei, denn muss ich enttäuschen. Der Welthandballer aus vergangenen Jahren ist 1.89 cm groß (genauso wie ich) und gar nicht so klein. Eine gute Nachricht ist die Rückkehr von Christian „Blacky“ Schwarzer, der bei der Olympiade eigentlich seine Nationalmannschaftskarriere beendete, jetzt aber für den verletzten Andrej Klimovets einsprang.

Alles in allem stehen die Vorzeichen für die Nationalmannschaft nicht sehr gut. Aber es hat auch keiner gesagt, dass es einfach wird. Die Brand-Schützlinge nach einer Niederlage abzuschreiben wäre ein großer Fehler. Denn die Mannschaft hat das Potential für einen Titel und die Fans werden ihr Übrigens tun. Ich bin zuversichtlich, dass wir uns demnächst doch Weltmeister nennen dürfen. Und mal ganz im Ernst: Die WM als Gastgeber ohne Niederlage zu gewinnen, wäre doch arrogant, oder? ;-)

Von Christian

Samstag, 20. Januar 2007

Textwerkstatt: Mike der Trainer

Zuerst die gute Nachricht - dieser Blogeintrag enthält zur Abwechslung mal kein YouTube-Video. Die Schlechte: er handelt von meinem Lieblingsfilm "Exzesse im Fitnesscenter" mit dem unvergleichlichen Franz Eder aka "Mike der Trainer".

Ich gestehe. Ich kann von besagtem Machwerk und den enthaltenen Dialogen einfach nicht genug bekommen und gehe damit sicherlich vielen Kommilitonen auf den Geist. Trotzdem erlaube ich mir zu behaupten, dass es immer noch Menschen gibt, die noch nie etwas von diesem Meisterstück des deutschen Kinos gehört haben und/oder mehr darüber erfahren möchten.

Glücklicherweise habe ich jüngst eine hochwertige und akkurate Zusammenfassung über die Thematik im Netz gefunden, die HIER nachzulesen ist. Besser hätte es in keiner OJ-Textwerkstatt werden können.

Sollten trotzdem noch Fragen über Mike, Olga, das Fitnesscenter Eder oder Bexbach offen sein - wendet Euch einfach an mich. :-)

Von Tim

Montag, 18. Dezember 2006

So fing alles an...

Danke, Danke, Danke. Wir schreibfaulen outsiders haben jetzt schon über 10 000 Klicks. Echt cool von euch, macht weiter so.

Zu dem kleinen Jubiläum präsentieren wir euch den ersten Beitrag im outsiders notiz-blog noch einmal:


Hey Yo!

Die Zeit verrinnt. In der Mitte des Rings steht ein grübelnder Scott Hall, der nach fünf Minuten Bedenkzeit die Fans mit einem lässigen „Hey Yo!“ begrüßt. 99 % der Leser fragen sich jetzt erstmal, „wer ist Scott Hall?“ und „was ist denn das für ein blöder Beginn für einen Blog?“ Normal stellt man sich doch vor und erklärt wie es zum Beispiel zu dem Namen gekommen ist. Und genau das machen wir. Denn Scott Hall war gemeinsam mit Kevin Nash ein Teil der outsiders. Von wem? Um den Zusammenhang zu verstehen, brauch man jetzt einige Hintergrundinformationen.

Vor fast einem Jahr lernten Tim und ich uns kennen. Dass Tim ein leidenschaftlicher Wrestlingfan ist, konnte er nicht lange verschweigen. Und da tat sich eine von vielen Gemeinsamkeiten auf. Wie fast jeder Junge habe ich mit 12 Jahren auch für Wrestling geschwärmt, bin aber schon länger davon los. Kurze Rede langer Sinn (oder anderes herum :-) ):

Die outsiders waren zwei Wrestler. Und ganz nebenbei schon zwei coole Säue. Das muss man einfach so sagen. Kenne niemanden der so lässig ist wie die beiden. Sie waren die bad boys und haben sich gegen jede Regel gestellt. Unsere Idole, die auch im Logo auftauchen. So war der Name für unseren notiz-blog schnell gefunden. Und deshalb begrüßen wir alle Leser in alter Tradition mit: „Hey Yo!“

Doch eigentlich ist es ein kleines Wunder, dass es diesen Blog überhaupt gibt. Man nehme einen Studenten der zu faul zum Bloggen ist (mich) und einen, der überhaupt kein Interesse am Bloggen hat (Tim) und heraus kommt der outsiders notiz-blog.

Wer jetzt hohe journalistische Kunst erwartet, der muss enttäuscht wieder die Seite verlassen. Denn hier gibt es nur Nonsens und Spaßtexte. Gedanken von zwei Jungs, die Spaß an ihren eigenen Texten haben. Vielleicht findet sich auch der eine oder andere jornalistische Beitrag (man betrachte den Unterschied beim Schreiben), doch dazu müssen wir noch viel lernen.

Jedenfalls wollen wir euch unter dem Motto „don’t sing it, bring it“ unterhalten und freuen uns über jeden Leser und jeden Kommentar. Vielleicht gibt es irgendwann mal einen richtigen Fan von uns. Das würde uns ehren.


Von Christian

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